Poesie und Texte
Poesie und Texte

Vorbei

Ernüchterung

 

Der kühle Morgen hat die Zaubernebel plötzlich aufgelöst

und gibt den klaren Blick zurück in alle leeren Himmel.

Ich finde frierend mich, gestürzt auf feuchte Erde.

Der Zauber trägt nicht mehr.

 

Dort neben mir steht immer noch der gleiche Mann.

Das Leuchten seiner Augen ist jedoch erloschen.

Ich greife tief erschrocken nach dem Lächeln seiner Lippen.

doch meine steifen Finger brechen, was sie halten wollen.

Mein Arm wiegt zentnerschwer in dieser kalten Luft.

 

Dein Jubelton, der letzte, ist verstummt.

Ich schweige auch

und kann es lange gar nicht fassen:

Zu unsren Füßen liegt der Turm

wie einst in Babel.

Da ist nur noch die Stille,

die schon immer war.

 

 

Berlin Prenzlauer Berg

 

In den ganz frühen

hellen,

menschenleeren

Morgenstunden,

als ich, wie so oft

nicht schlafen konnte

neben dir,

wartete vor deinem Haus ein Taxi.

Auf irgendwen.

Ich hätte es

rechtzeitig

nehmen sollen.

 

26.5.2002

 

 

 

 

Die Rose

 

Heute früh,

sah ich

entzückt

eine vielblättrige,

geheimnisvolle Rose und

dachte

wenige Sekunden lang

nicht an dich.

Ich habe geweint

vor Glück.

 

15.1.2002

 

 

 

 

 

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© Mechthild Seithe