Mein neuster Roman

 

 

 

Juan und die Weiße Stadt   oder

Wem gehört der Regenwald?

 

Roman (2020)

 

 

Der Roman spielt in Honduras in der Region Mosquitia, in einem der letzten Rückzugsgebiete der Indigenen Bevölkerung.

 

Es geht um Biopiraterie, um die politische Lage der indigenen Bevölkerung und des Landes allgemein, um Freundschaft, um Liebe und um den Regenwald ...

 

Bei diesem Roman handelt es sich nicht um ein Jugendbuch, wenn es auch für interessierte Jugendlich durchaus geeignet ist. Es geht auch nicht  vorrangig um die fremde Kultur der Indigenen in Honduras und einen exotischen Ausflug nach Mittelamerika.

Die Thematik ist hochaktuell und berührt brennende Fragen der Weltpolitk und der Existenzbedingungen von Menschen und geht uns alle an, nicht zuletzt auch uns EuropäerInnen.

 

 

kleiner Textausschnitt

aus Kapitel 19, Die Kooperative.

(Staatliche Werber versuchen in einer kleinen Stadt am Regenwald, die Indigenen für den Beitritt zu einer Kooperative (Bananenanbau) zu gewinnen. Das halbe Dorf ist anwesend und lauscht gespannt den Worten der Männer.)

 

Der Mann stand jetzt ganz vorne und schaute suchend in die Runde. Niemand sagte etwas. Er holte sein Handy aus der aufgesetzten Brusttasche seines Anzuges und warf einen geschäftigen Blick darauf. Er wirkte nicht direkt betrübt darüber, dass niemand eine Frage vortrug. Er sagte ein wenig zu hastig. "Dann denke ich: Es ist erst mal alles gesagt. Überlegt es euch, und wenn ihr mitmachen wollt, dann sagt in der Kommandantur Bescheid. Die geben es an uns weiter."
Er griff an seine Krawatte, zog sie hoch und wollte sich schon umdrehen, als einer der Jugendlichen am anderen Ende des Raumes die Hand hob.
"Ich habe eine Frage. Ich möchte noch eine Frage stellen!", rief er. Der Mann blickte sich ein wenig überrascht um, sah den Jugendlichen und deutete ihm mit einer Handbewegung an, er solle sprechen.
Im Saal wurde es wieder still.
"Ich verstehe da was nicht", fing der Junge an. Juan erkannte Enrique, der zwei Klassen über ihm zur Schule gegangen war. "Also, ganz ähnlich wie Sie das jetzt beschrieben haben mit dem Kakao-Anbau, ganz ähnlich haben das die Leute hier doch früher auch gemacht. 'Schattenanbau' hieß das oder so ähnlich. So hat mir das mein Großvater erzählt."
"Interessant", unterbrach ihn der Mann von der Kooperative und schaute Enrique nun ein wenig nervös an, "dann könnt ihr ja gut mitarbeiten, dann wisst ihr ja, worum es geht."
Enrique ließ sich nicht abwimmeln. "Ja, ich weiß. Dann frage ich mich aber, warum wir das jetzt hier neu beigebracht kriegen müssen?"
Noch ehe der Vertreter der Kooperative eine Antwort formulieren konnte, drängte plötzlich ein anderer Mann nach vorne. Es war der Vater seiner ehemaligen Mitschülerin Penita. War nicht sein Bruder wegen des Yulu-Baumes verhaftet worden war? Juan hatte Recht.
"Neulich hat die Kommandantur einen von uns verhaftet, nur, weil er einen Yulu-Baum gefällt hat, um daraus einen neuen Einbaum zu zimmern. Sie sagen: Das dürfen wir nicht mehr. Wir sollen den Wald schonen, sagt ihr. Aber das ist unsere Tradition. Das haben wir immer gemacht. Daran ist der Regenwald sicherlich nicht kaputtgegangen. Davon würde er auch heute nicht kaputtgehen. Das ist einfach nicht in Ordnung, uns zu verbieten, den Wald für das zu nutzen, was wir hier zum Leben brauchen!"

"Ihr sagt immer nur, man muss den Regenwald schützen. Das machen wir doch und das wollen wir doch auch", rief jetzt seine Schwägerin in den Saal. Viele klatschten.

Der Mann von der Kooperative räusperte sich, aber noch ehe er etwas sagen konnte, ergriff Juans Lehrer das Wort:

"Ja richtig, dass der Wald geschützt werden muss, das ist uns doch allen klar: Ich frage mich nur, sind das wirklich wir, die indigenen Völker, die unseren Regenwald kaputtgemacht haben? Der Junge da hat doch recht“, und er wies auf den Sprecher von vorhin. „Bevor man es ihnen verboten hat, hier auf ihre Weise ihre Felder zu bestellen, arbeiteten sie mit Ackerbaumethoden, die denen ihres Projektes ganz ähnlich sind."

Im Saal setzte ein unzufriedenes Raunen und Flüstern ein.

"Sie wissen doch so gut wie wir", hakte jetzt ein Mann nach, den Juan noch nie im Ort gesehen hatte, "dass die Zerstörung des Regenwaldes ganz andere Ursachen hat. Es sind doch die massiven Rodungen der Konzerne, die in unserem Regenwald ihre profitablen Staudämme und Palmölplantagen bauen. Es sind die Großgrundbesitzer, die den indigenen Volksgruppen das Land weggenommen haben. Sie betreiben ihre intensive Viehwirtschaft auf den geraubten Flächen und erhöhen ihre Ernteerträge durch den Einsatz von Pestiziden. Wäre es nicht sinnvoll, zunächst einmal zu schauen, was man dagegen tun könnte?" Der Mann schaute auffordernd in die Runde. Im Saal brach ein wildes Stimmengewirr los. Juan staunte. Sein Lehrer lachte und beugte sich zu Juan hinunter: "Ich kenne den Mann, ein Miskito aus Krausirpi, er hat recht. Und diese guten Brüder von der Kooperative hier, die wollen das einfach nicht wahrhaben!"

 

 

 

Das Buch kostet 11,99 Euro (304 Seiten) und kann im Buchhandel (ISBN: 9783750277113) oder direkt bei epubli bestellt werden.

 

 

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