Ernüchterung

 

 

Der kühle Morgen hat die Zaubernebel plötzlich aufgelöst

und gibt den klaren Blick zurück in alle leeren Himmel.

Ich finde frierend mich, gestürzt auf feuchte Erde.

Der Zauber trägt nicht mehr.

 

Dort neben mir steht immer noch der gleiche Mann.

Das Leuchten seiner Augen ist jedoch erloschen.

Ich greife tief erschrocken nach dem Lächeln seiner Lippen.

doch meine steifen Finger brechen, was sie halten wollen.

Mein Arm wiegt zentnerschwer in dieser kalten Luft.

 

Dein Jubelton, der letzte, ist verstummt.

Ich schweige auch

und kann es lange gar nicht fassen:

Zu unsren Füßen liegt der Turm

wie einst in Babel.

Da ist nur noch die Stille,

die schon immer war.

 

2003

 

 

 

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