der erste Frost

 

karg ist es geworden

auf den beeten

in meinem lustgärtchen.

niemand zeigt mehr blatt.

gräulich das grün und

welk die letzten farben

der Astern.

 

ich habe euch alle

rechtzeitig zu bett gebracht.

die kälte beißt um sich

aber sie kann euch nichts

mehr tun.

 

ihr habt alle träume

zu euren wurzeln genommen.

haltet sie warm

und laßt sie erst heraus

wenn ihr sicher seid,

daß der weiße tau sie nicht fressen kann

in den eisigen morgenstunden.

 

ich wache

in der kalten sonne

über eure ruhe,

trotze den stürmen

und erzähle den meisen

vom letzen sommer.

 

wir warten.

 

 

 

1997

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